erkenntniswiderspruch.de Peter Blickensdörfer · Herausgeber
Wissenschaftliche Blogwerkstatt
Problem der Suche nach Ein-Europa
Themenbereich ·

Neues Weltwährungssystem

„Messung gefährlicher Wirtschaftsungleichgewichte“ – neues Weltwährungssystem    Weltwirtschaftskrise 2007, Eurokrise 2009 haben Verantwortliche für Politik und Analyse aber auch Wirtschaftswissenschaftler zu ungewohnt klarer Selbstkritik mit Forderungen nach neuen Regeln und neuem Rahmenwerk veranlasst. „Die gängigen makroökonomischen Modelle sind zu einem großen Teil verantwortlich für die Krise.“ [1] Ein neues Weltwährungssystem müsste entwickelt und Wirtschaftsungleichgewichte beseitigt…

„Messung gefährlicher Wirtschaftsungleichgewichte“ – neues Weltwährungssystem 

 

Weltwirtschaftskrise 2007, Eurokrise 2009 haben Verantwortliche für Politik und Analyse aber auch Wirtschaftswissenschaftler zu ungewohnt klarer Selbstkritik mit Forderungen nach neuen Regeln und neuem Rahmenwerk veranlasst. „Die gängigen makroökonomischen Modelle sind zu einem großen Teil verantwortlich für die Krise.“ [1]

Ein neues Weltwährungssystem müsste entwickelt und Wirtschaftsungleichgewichte beseitigt werden (Gipfeltreffen G20-Länder 2009) Eine neue Enquete-Kommission wurde vom Deutschen Bundestag eingesetzt, um einen neuen Fortschrittsindikator zu entwickeln. (23.11.2010 – Drucksache 17/3853). Nichts von dem ist geschehen. Warum?“ [2]

Globales Wirtschaften werde durch Währungsreserven, Staatsverschuldungen und Wechselkurse erheblich beeinflusst. Dadurch seien „gefährliche Wirtschaftsungleichgewichte“ entstanden. Zu diesem Verständnis haben sich die G-20-Staaten im November 2010 durchgerungen.

Das kann wohl als Verdienst der französischen Finanzministerin Christine Lagarde gesehen werden, die auch für ein neues Weltwährungssystem, so dass „Währungsreserven“ und „Wechselkurse“ das „globale Wirtschaften“ bestimmen.

Damit „Politik gegensteuernkönne, sollen Anhand fünf Indikatoren diese Ungleichgewichte gemessen werden. „Reale Wechselkurse“ sei einer dieser fünf Indikatoren. Mit einem neuen Weltwährungssystem sollen „reale“ Währungsverhältnisse, also zum Beispiel das Verhältnis von Dollar zu Euro, von Euro zu Dollar, bestimmt werden. Zur Erarbeitung von Vorschlägen für dieses neue System haben die G-20-Staaten eine Arbeitsgruppe beauftragt.

Frankreich strebe einen Umbruch des Weltwährungssystems an: Die Regierung in Paris will die Zeit freier Wechselkurse beenden und plädiert zudem für einen flexibleren Euro-Rettungsschirm. strebt eine Revolution des Weltwährungssystems an. Nach den Plänen der Pariser Regierung sollen die Wechselkurse der wichtigsten Währungen nicht mehr allein durch Angebot und Nachfrage auf den internationalen Devisenmärkten bestimmt werden, sondern zumindest zum Teil staatlichen Vorgaben folgen.

 Erarbeitet werden soll das neue System in der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20), deren Vorsitz Frankreich in diesem Jahr innehat. Lagardes Fokus auf das Weltwährungssystem ist nicht neu. Bereits im Jahr 2011 trieb sie als französische Wirtschafts- und Finanzministerin Pläne für ein neues Weltwährungssystem („Bretton Woods II“) voran.[3]

Die französische Finanzministerin Christine Lagarde zeigte sich in einem Interview des Nachrichtenmagazins Der Spiegel offen dafür, die Kursschwankungen an den Devisenmärkten staatlich zu begrenzen. „Jede Idee ist willkommen, auch Bandbreiten für Wechselkurse[4]

(Hervorh. d. Verf.), In ihrem Spiegel-Interview vom 18.02.2011 zu einem neu zu schaffenden Weltwährungssystem (s. Wissenschaft/ Medien, Foren) hieß sie Vorschläge dazu willkommen. Das Internet-Portal der Französischen Regierung ermöglichte, u.a auch unter der Rubrik „Ideen vorschlagen“, auf das dort angebotene Feld eine E-Mail- Mitteilung an Regierungsvertreter zu senden. In dieses Feld habe ich meinen Vorschlag an Christine Lagarde am 18.02.2011 mit dem Betreff „Währungsordnung“ (Textauszug aus Kritik der Politischen Ökonomie/Währungsverhältnis (ohne Fußnoten) mit dem Hinweis, dass er daraus stammt, also unter www.erkenntniswiderspruch.de feststellbar ist) gesendet.

[1] (Nobelpreisträger mit Selbstzweifeln Handelsblatt-Online 25.08.2011.)

[2] Peter Blickensdörfer ESVG 2010 Ein System berechenbaren Missverstehens von Europa Deutscher Wissenschafts-Verlag 2019

[3] Pläne zum Weltwährungssystem Französische Revolution Süddeutsche Zeitung 13. Februar 2011

[4] Vorschlag an Christine Lagarde Ministère de L`Èconom des Finances et de L` Industrie. 18.02.2011 “

Sehr geehrte Frau Christine Lagarde, Ihrer Aufforderung folgend, Ideen zu einem neuen Weltwährungssystem einzureichen, unterbreite ich Ihnen nachstehenden Vorschlag für eine Veränderung des bestehenden Verständnisses von und des Handelns mit „Währung“. Mit dem bestehenden Verständnis kann keine „Währungsordnung“ geschaffen werden, die gegenüber der bisherigen als neu zu bezeichnen wäre.

 

Diesen Beitrag weiterdenken

Registrieren Sie sich als Autorin oder Autor der Wissenschaftlichen Blogwerkstatt und antworten Sie mit einem eigenen Beitrag.

Diskussion

Ein Kommentar zu „Neues Weltwährungssystem“

  1. In dem im Jahr 2011 hier veröffentlichten Beitrag Kritik der Politischen Ökonomie ist unter dem Punkt Währungen ein Vorschlag dafür unterbreitet wurden, wie der globale Waren-Handel (Produkte und Leistungen) nicht als Profit-Quelle aus Währungsverhältnissen, aus dem Kauf / Verkauf von Währungen als Ware werden könnte.

    Der Vorschlag folgte also der erkannten Notwendigkeit eines neuen Weltwährungssystems (G 20). Das Profitinteresse an der Erhaltung und der Erweiterung der genannten Profit-Quelle verhinderte ein neues Weltwährungssystem .

    Nachstehend Grundlagen für diesen Vorschlag und Erläuteungen dazu:

    Geldmenge
    Als notwendige Geldmenge ist die zu erfassen und darzustellen, welche der „Wirtschaftskreislauf“ bedingt(e). Diese notwendige Geldmenge – mit M1 bezeichnet -ist als kausaler Zusammenhang folgender Daten zu bestimmen: (Preissumme P gekaufter/verkaufter Menge Ware W)/(Umschlagszahl Z) =notwendige Geldmenge M1.

    Es ist der für einen Zeitraum festgestellte kausale Zusammenhang und damit die für diesen Zeitraum notwendige Geldmenge M1. Nicht zu berücksichtigen ist dabei die Geldmenge, welche nicht in diesem Zeitraum für den Kauf/ Verkauf von Ware benötigt wurde. Es ist die Geldmenge, welche aus dem Verkauf von Ware in vorangegangene Zeiträume resultiert und in diesem Zeitraum dafür nicht gebraucht wird, also für einen späteren Gebrauch gespart wird. Sie sei als gesparte Geldmenge MS5 bezeichnet. Die emittierte Geldmenge ME muss also als Summe von M1 und MS feststellbar sein. Nicht mehr und nicht weniger. Der genannte kausale Zusammenhang ist aber nur als Maßstab für eine Kontrolle der Geldmenge zu verstehen. Die Geldmenge wird anhand dieses Maßstabes kontrolliert und ggf. korrigiert durch die Emissionsbank (Zentralbank), die eine „staatliche Institution“ ist. Die Zentralbank erfüllt dann „unabhängig“ diese Aufgabe, wenn sie auf der Grundlage dieses kausalen Zusammenhanges die Geldmenge kontrolliert und ggf. korrigiert.

    Währungen
    Das Währungsverhältnis ist auf der Grundlage der notwendigen Geldmengen (M1) der betreffenden Währungsländer oder – ländergruppen zu bestimmen. Mit Gleichsetzung der Umschlagszahl Z ist die Basis des Währungsverhältnisses mit dem Verhältnis der Quotienten von Summe der „Tauschwerte“ gekaufter/ verkaufter Ware (Warenmenge) zur Summe des erzielten Einkommens der Arbeitskräfte 6 der betreffenden Währungsländer oder – ländergruppen zu bestimmen. Die so ermittelte Basis eines Währungsverhältnisses ist mit einem Quotienten zu korrigieren, der sich aus dem Verhältnis der gesparten Geldmenge MS [ME= M1+MS= (Bar-)Geldmenge insgesamt)] zu den Schulden des „Staates“ MVS plus der Schulden der Bevölkerung MVI je betreffender Währungsländer oder – ländergruppen errechnet.

    Das so errechnet Währungsverhältnis berücksichtigt also sowohl die notwendige Geldmenge M1, die gesparte Geldmenge MS als auch die Geldmenge Schulden des „Staates“ und der Bevölkerung (MVS +MVI) der betreffenden Währungsländer oder – ländergruppen. Damit wird auch ein Zusammenhang zwischen dem Ergebnis ihrer „Wirtschaftskreisläufe“ und ihrem Vermögen und dem ihrer Bevölkerung, also der Zusammenhang zwischen den „Tauschwerten“ der Reproduktion des Lebens, des Zusammenlebens und dessen „Wert“ berücksichtigt.

    Schulden der industriellen Unternehme(r)n, der Grund und Boden-Unternehme(r)n, Handels-Unternehme(r)n, einschließlich Finanzierungsunternehmen, werden sowohl bei der Bestimmung der notwendigen Geldmenge als auch bei der Bestimmung eines Währungsverhältnisses nicht berücksichtigt. Sie sind Schulden aus Beteiligungen an Unternehmen, Schulden gegenüber den Beteiligenden. Steuern sind Beteiligungen am Unternehmen „Staat“; Gebühren, Abgaben nicht. Geld, was für Beteiligungen bezahlt wurde, ist nicht gespartes. Die Beteiligung kann der Reproduktion des sich Beteiligenden dienen. Geld, was als Steuern dem „Staates“ bezahlt wurde, ist zwar ebenfalls nicht gespartes, doch dient es der Reproduktion des Zusammenlebens. Der „Staat“ beteiligt sich nicht an Unternehme(r)n.

    Erläuterungen:
    Währungsverhältnis ist das Verhältnis des „Wertes“ (WA / WB) von zwei Geldsorten (der Währungen WA und WB), A und B als jeweilige Fremdwährungen verstandenes physisches Bargeld, zueinander:

    Beispiel WA=100, WB=80: für B hat WB ein Verhältnis-„Wert“ zu WA von (WB 80/WA 100)=0,8, umgekehrt für A hat WA zu WB ein Verhältnis-„Wert“ von (WA 100 /WB 80)=1,25.

    Der Verhältnis-„Wert“ sagt also nichts aus vom (Bar-)Geldwert einer Einheit Geldsorte oder von dem der Menge Einheiten einer Geldsorte insgesamt.

    Für die Begründung eines Währungsverhältnisses oder von Währungsverhältnissen, also für die der Bestimmung der dafür angewendeten Geldsorten Bar-Geldwerte, müssen die Geldsorten, die Menge ihrer Einheiten (Bar-)Geldwerte insgesamt, eine vergleichbare Grundlage ihrer Ermittlung haben.

    Grundlage dieser Ermittlung ist die Menge (Bar-)Geldwert, welche der jeweilige Wirtschaftskreislauf (A, B) bedingt, für diesen notwendig ist. Diese notwendige Geldmenge – mit M1 bezeichnet -ist als kausaler Zusammenhang folgender Daten zu bestimmen: (Preissumme P gekaufter/verkaufter Menge Ware W) / (Umschlagszahl Z) =notwendige Geldmenge M1, wobei Z=12 für A und B gleich anzusetzen ist (M1Basis Menge (Bar-)Geldwert des Währungsverhältnisses). Dieses M1 ist mit dem Quotienten aus der Menge in (Bar-)Geld bewerteten gekaufter/ verkaufter Ware (P und L) und gezahlten Einkommen (Ek) an Arbeitskräfte zu multiplizieren. M1* (P+L) / Ek = M1k (korrigierte Menge (Bar-)Geldwert des Währungsverhältnisses).
    Für die Errechnung (zur Begründung) der für Währungsverhältnis angewendeten Geldsorten Bar-Geldwerte ist M1k zu multiplizieren mit dem Quotienten aus der Menge (Bar-)Geld MS und der von (MVS+MVI) = WA, WB (vergleichbare „Werte“ für Bestimmung Währungsverhältnis (WA/WB)).

    Mit dieser auf vergleichbaren „Werte“ bestimmten Währungsverhältnis kommt das Verhältnis ökonomischer Folgen politischer Ökonomie, die wiederum Folge der globalen Politischen Ökonomie ist

    Mit einer kapitalistischen Politische Ökonomie gibt es keine politische Konsequenz aus der erkannten Notwendigkeit.

    Die im Vorschlag ausgeführte Methode zur Bestimmung vergleichbarer Werte für (Energie-)Bilanzierungen von Regionen, zu deren Bestimmung ihrer Aufrechterhaltung (Reproduktion), sollte hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit zur Herleitung dieser Bestimmung erforscht werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert